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10.03.2008    Timo Bernhard und Romain Dumas im Interview: "Wir sind sehr gut vorbereitet"

Mit dem 12-Stunden-Rennen in Sebring/Florida beginnt am 15. März die  
neue Saison in der American Le Mans Series. Timo Bernhard  
(Homburg/Saar) und Romain Dumas (Frankreich) gehen mit dem Porsche RS  
Spyder als Titelverteidiger an den Start des ältesten  
Sportwagenrennens der USA und rechnen sich gute Chancen aus. "Wir sind  
sehr gut vorbereitet", sagt Timo Bernhard, "und wir werden alles  
geben, um mit dem RS Spyder an die großen Erfolge von Porsche bei  
diesem Klassiker anzuknüpfen."

Frage: Ihr habt mit dem RS Spyder über den Winter ausgiebig getestet.  
Mit welchem Gefühl geht ihr in das Auftaktrennen?

Timo Bernhard: Ich fühle mich in diesem Jahr sehr gut vorbereitet. Bei  
den Tests haben wir mit dem RS Spyder sehr gute Ergebnisse  
herausgefahren, von der Zuverlässigkeit her gab es überhaupt keine  
Probleme. Das ist vor allem für Sebring ein wesentlicher Faktor.

Romain Dumas: Dass wir mit dem Auto in der Vorbereitung keinerlei  
technische Probleme hatten, gab uns die Zeit, bei der Abstimmung des  
RS Spyder verschiedene Dinge auszuprobieren. In Sebring ist es nicht  
einfach, das Auto optimal abzustimmen, weil sich die Strecke im  
Verlauf des Tages ziemlich stark verändert. Bei den niedrigeren  
Temperaturen am Vormittag ist der Grip recht gut, doch wenn sich die  
Strecke am Nachmittag aufheizt, lässt auch der Grip stark nach. Eine  
weitere wichtige Komponente ist der Wind, der in den vielen schnellen  
Kurven einen starken Einfluss auf die Aerodynamik des Autos hat. Weil  
wir nach unseren Tests aber wissen, wie sich das Auto bei den  
wechselnden Streckenverhältnissen verhält, können wir auch gezielt  
entgegensteuern. Das ist sicherlich ein großer Vorteil.

Frage: Wo ist der weiterentwickelte RS Spyder besser als im Vorjahr,  
wie wirken sich die Veränderungen aus?

Timo Bernhard: Wir haben einiges an der Aerodynamik verbessert, das  
merkt man natürlich vor allem in den schnellen Kurven. Die Änderungen  
wirken sich insgesamt positiv aus. Wir haben zweifellos einen Schritt  
nach vorne gemacht.

Romain Dumas: Nicht vergessen darf man, dass wir jetzt auch wieder ein  
Jahr mehr Erfahrung mit dem RS Spyder haben. Wir sind also  
entsprechend weiter und kommen mit einem ganz anderen Wissensstand  
nach Sebring.

Frage: Ihr startet als Titelverteidiger in die neue Saison. Geht ihr  
da etwas gelassener in die Rennen oder ist dieser Titelgewinn eher ein  
noch stärkerer Ansporn?

Romain Dumas: Es ist natürlich schon gut für das Selbstvertrauen, den  
Titel schon einmal gewonnen zu haben. Für mich ist es aber in erster  
Linie ein Ansporn, dieselbe Leistung noch einmal abzurufen und den  
Titel erfolgreich zu verteidigen. Vor allem auch, weil viele gute neue  
Fahrer hinzugekommen sind und der Wettbewerb gerade in unserer Klasse  
dadurch noch härter geworden ist.

Timo Bernhard: Ich will auf jeden Fall auch in diesem Jahr die  
Meisterschaft gewinnen. Das ist mein Ziel, darauf habe ich mich den  
Winter über vorbereitet. Ich haben viel für meine körperliche Fitness  
getan und kann es kaum erwarten, bis es wieder los geht.

Frage: Beim Wintertest in Sebring hattet ihr eine direkte  
Vergleichsmöglichkeit mit der Konkurrenz. Wie war euer Eindruck?

Timo Bernhard: Die Konkurrenz gerade in unserer Klasse ist noch  
stärker als im Vorjahr. Das war aber zu erwarten, schließlich hat  
gerade Acura jetzt auch ein Jahr mehr Erfahrung, die sie positiv  
umsetzen können. Außerdem haben sie sich auch auf der Fahrerseite  
gewaltig verstärkt.

Romain Dumas: Wir werden wieder alles geben müssen, um auch in dieser  
Saison vorne dran zu bleiben. Ich bin aber sehr positiv eingestellt.  
Mit dem von Porsche unterstützten Team Penske Racing haben wir eine  
sehr gute und eingespielte Mannschaft hinter uns. Gerade was  
Rennstrategie und Boxenstopps angeht, gibt es vermutlich kein besseres  
Team in der American Le Mans Series.

Frage: Mit dem 12-Stunden-Klassiker von Sebring bekommt ihr gleich zum  
Saisonauftakt den dicksten Brocken vorgesetzt. Würdet ihr euch lieber  
einen leichteren Start wünschen?

Romain Dumas: Nein. Sebring ist zwar das längste Rennen des Jahres und  
auch das härteste Rennen für Fahrer und Material. Aber da weiß man  
wenigstens gleich, wo man im Vergleich zur Konkurrenz wirklich steht.  
Ich finde, Sebring ist ein faszinierender Saisonauftakt.

Timo Bernhard: Das denke ich auch. Die vielen schnellen Kurven stellen  
hohe Anforderungen an uns Fahrer, genau so wie die vielen Bodenwellen,  
durch die wir extrem durchgerüttelt werden. Aber wir trainieren ja  
hart dafür, um vom ersten Rennen an topfit zu sein. Nach Sebring kann  
man nicht einfach kommen und vorne mitfahren wollen. Das geht nicht.  
Da muss man gerade auch als Team vorher schon sehr viel Detailarbeit  
machen, sonst hat man keine Chance. Wichtig ist, dass die Basis stimmt  
und man mit einem guten Sebring-Ergebnis von Anfang an im Titelrennen  
mit dabei ist. Für uns und Porsche bin ich da sehr zuversichtlich.

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