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26.01.2009    Timo Bernhard fährt nach 24-Stunden-Krimi in Daytona auf Platz 6

Mit einem hart erkämpften Triumph beim 24-Stunden-Rennen in Daytona  
wurde Porsche seiner Rolle als erfolgreichster Hersteller in der  
Geschichte des Langstreckenklassikers in Florida erneut gerecht. Auf  
dem Daytona International Speedway gewannen David Donohue (USA),  
Darren Law (USA), Buddy Rice (USA) und Antonio Garcia (Spanien) im  
Porsche-Riley von Brumos Racing die 47. Auflage des traditionsreichen  
Auftaktrennens der Grand-Am Series und sicherten Porsche in einem  
nervenaufreibenden Finale mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,167  
Sekunden den 21. Gesamtsieg. In der GT-Klasse siegten Jörg Bergmeister  
(Langenfeld), Patrick Long (USA), Andy Lally (USA), RJ Valentine (USA)  
und Justin Marks (USA) mit dem Porsche 911 GT3 Cup des Teams TRG und  
rundeten damit den erfolgreichen Start von Porsche in die neue  
Motorsportsaison ab.

"Das ist ein grandioses Ergebnis für Porsche und die beste Bestätigung  
für unser Kundensportmodell und die intensive technische  
Unterstützung, die wir unseren Teams an der Rennstrecke zukommen  
lassen", sagte Porsche-Motorsportchef Hartmut Kristen. "Der letzte  
Daytona-Gesamtsieg von Porsche liegt sechs Jahre zurück und es ist  
schon bemerkenswert, dass im damaligene Siegerauto der gleiche  
Basismotor aus dem Porsche 911 seinen Dienst verrichtete wie jetzt im  
Daytona-Prototyp von Brumos Racing. Es geht halt nichts über einen  
Sechs-Zylinder-Boxermotor."

Die Grand-Am-Premiere von Penske Racing und Porsche verlief dagegen  
nicht ganz so erfolgreich. Timo Bernhard (Homburg/Saar), Romain Dumas  
(Frankreich) und Ryan Briscoe (Australien) landeten nach einer starken  
Leistung auf dem sechsten Platz. Der Start war vielversprechend:  
Nachdem er im Qualifying die Pole Position nur um eine  
Tausendstelsekunde verpasst hatte, fackelte Timo Bernhard im Rennen  
nicht lange und setzte sich schon in der zweiten Runde an die Spitze  
des Feldes.

Die Prototypen von Penske Racing und Brumos Racing dominierten das  
erste Renndrittel, lagen 207 von 261 Runden in Führung. Spitzenreiter  
nach acht Stunden war Brumos-Pilot Joao Barbosa im Porsche-Riley mit  
der Startnummer 59. Auch in der Nacht hatten die Boxencrews der  
Porsche-Teams nicht viel zu tun: Reifen wechseln und tanken ? für die  
gut trainierten Mechaniker reine Routine. Nach 16 Stunden übergab  
Penske-Pilot Ryan Briscoe sein Auto als Spitzenreiter an Romain Dumas.  
Doch die starke Konkurrenz mit vielen Top-Stars aus der amerikanischen  
IndyCar- und NASCAR-Szene machte weiter Druck. Und um 8.55 Uhr am  
Sonntagmorgen war es mit der Ruhe in der Penske-Box vorbei: Der  
Porsche-Riley mit der Startnummer 16 musste mit gebrochener  
Antriebswelle in die Garage geschoben werden. Die Reparatur dauerte 26  
Minuten und kostete 15 Runden. Doch das war nicht der letzte  
Rückschlag an diesem sonnigen Sonntag in Florida: Ein Getriebewechsel  
warf Romain Dumas noch weiter zurück.

"Wir sind aus der ersten Reihe gestartet, sind die schnellste  
Rennrunde gefahren und haben die meisten Runden geführt", sagte Timo  
Bernhard, der das Rennen 2003 gewonnen hat. "Dass es trotzdem nicht  
zum Sieg gereicht hat, ist schon enttäuschend. Doch auch unser  
sechster Platz ist im Hinblick auf die Meisterschaft viel wert."  
Romain Dumas ergänzte: "Wir wissen, dass wir vom Speed mit den  
etablierten Spitzenteams absolut mithalten können. Das ist das  
Wichtigste."

Statistik: 1. von 12 Rennen der Grand-Am Series in Daytona, Florida

Rennergebnis
1. Law/Donohue/Rice/Garcia (USA/USA/USA/E), Porsche-Riley (DP), 735 Runden
2. Montoya/Pruett/Rojas/Dixon (COL/USA/MEX/USA), Lexus-Riley (DP), 735
3. France/Barbosa/Borcheller/Haywood (USA/USA/P/USA), Porsche-Riley (DP), 735
4. Taylor/Angelelli/Friselle/Lamy (USA/I/USA/P), Ford-Dallara (DP), 735
5. Dixon/Franchitti/Lloyd/Pruett (USA/GB/USA/USA), Lexus-Riley (DP) 731
6. Bernhard/Dumas/Briscoe (D/F/AUS), Porsche-Riley (DP), 717
7. Fogarty/Gurney/Vasser/Johnson (USA/USA/USA/USA), Pontiac-Riley (DP), 714
8. Wallace/Finley/Patrick/Mears (GB/USA/USA/USA), Pontiac-Crawford (DP), 702
9. Bergmeister/Long/Marks/Lally/Valentine (D/USA/USA/USA/USA), Porsche  
911 GT3 (GT), 695
10. Collard/Lietz/Pumpelly/George/Ballou (F/A/USA/USA/USA), Porsche  
911 GT3 (GT), 694

Der 2. Lauf der Grand-Am Series wird am 26. April in Alton im US-Staat  
Virginia ausgetragen.

Daten und Fakten

Das ist die Grand American Sports Car Series

Die Grand American Rolex Sports Car Series (kurz: Grand-Am Series)  
ersetzte im Jahr 2000 die United States Road Racing Championships. In  
der Saison 2009 werden zwölf Rennen in den USA und Kanada gefahren.  
Traditioneller Saisonhöhepunkt ist das 24-Stunden-Rennen in Daytona.  
Die meisten Rennen gehen über die Distanz von 250 Meilen.

Das Starterfeld bilden zwei unterschiedliche Fahrzeugklassen: Daytona  
Prototypen und GT-Fahrzeuge. Sie starten mit einer Ausnahme zusammen,  
werden aber getrennt gewertet.

Daytona Prototypen (DP): Die Chassis der Fahrzeuge liefern  
Spezialhersteller wie Riley. Aus Gründen der Chancengleichheit dürfen  
große Automobilhersteller keine eigenen Teams einsetzen, sondern nur  
Motoren bereitstellen. Die Porsche-Teams Penske Racing und Brumos  
Racing sind mit dem Porsche 3,99-Liter-Sechszylinder und einem  
Riley-Chassis am Start. Der Motor leistet in der Spezifikation für  
Daytona Prototypen rund 510 PS. Das Mindestgewicht der Fahrzeuge  
beträgt 1.021 Kilogramm.
Grand Touring (GT): Die GT-Klasse entspricht aktuell etwa der FIA  
GT3-Kategorie. Der Porsche 911 GT3 Cup ist einer der erfolgreichsten  
Rennwagen in dieser Klasse. Chancengleichheit soll über die  
Reifengrößen, Drehzahl und Gewicht gewährleistet werden. Das  
Mindestgewicht beträgt zwischen 1.043 und 1.270 Kilogramm.

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