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27.04.2015    Premiere in Spa: Porsche Team zum ersten Mal mit drei 919 Hybrid am Start

Das Porsche Team sieht dem ersten Einsatz von drei Porsche 919 Hybrid entgegen. Beim zweiten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC 2015 am 2. Mai im belgischen Spa-Francorchamps werden erstmals Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) und seine Partner Earl Bamber (Neuseeland) und Nick Tandy (Großbritannien) zum Einsatz kommen. Als Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Juni steuern sie bei dem Sechsstundenrennen in Belgien den LMP1-Prototypen mit der Startnummer 19. Die anderen beiden Hybrid-Rennwagen sind in den Händen der Stammfahrer: Mit der Startnummer 17 treten Timo Bernhard, Brendon Hartley (Neuseeland) und Mark Webber (Australien) an. Am Steuer der Nummer 18 wechseln sich Romain Dumas (Frankreich), Neel Jani (Schweiz) und Marc Lieb (Ludwigsburg) ab. 

Die Startnummern der drei Prototypen sind leicht erklärt: Die Nummer 17 ist eine Hommage an jenen Porsche 917 KH (Kurzheck), der 1970 den ersten von bis heute 16 Gesamtsiegen der Marke in Le Mans holte. Der LMP1 mit der Startnummer 18 symbolisiert die enge technische Verwandtschaft zwischen dem Rennwagen 919 Hybrid und dem ebenfalls hybridisierten Supersportwagen Porsche 918 Spyder. Die Startnummer 19 schlägt die Brücke zum aktuellen Modell, mit dem Porsche im vergangenen Jahr in den Spitzensport zurückkehrte. In Spa treten die 919 Hybrid geschlossen in weiß an, nur in Le Mans werden sie in drei unterschiedlichen Farben starten.

Der Einsatz eines dritten Prototyps ist eine große operative Herausforderung für die junge Mannschaft aus Weissach und unterstreicht das Bekenntnis von Porsche zum anspruchsvollen und zukunftsorientierten Wettbewerb in der WEC. Das seit 2014 bestehende revolutionäre Reglement, das leistungsstarke und innovative Hybridantriebe fordert, war ausschlaggebend für Porsches Rückkehr in die Topliga des Motorsports. Die zweite Generation des Porsche 919 Hybrid ist noch effizienter und stärker geworden. Dank intensiver Weiterentwicklung des dreiteiligen Antriebskonzepts konnte Porsche den Le-Mans-Prototyp erstmals für die höchste Energie-Rückgewinnungsklasse (acht Megajoule) anmelden. Kein Rennwagen setzt so viel Energie um wie der Porsche 919 Hybrid – weder Formel-1-Rennwagen noch Le-Mans-Prototypen anderer Automobilhersteller. Die Ingenieurskunst, Hybridsysteme mit extrem hohem Energieumsatz darstellen zu können, hat höchste Relevanz für elektrifizierte Straßenfahrzeuge wie die Plug-in-Hybrid-Modelle von Porsche. 

Für die Teams mit den Startnummern 17 und 18, die die komplette WEC-Saison bestreiten, steht in Spa eine maximale WM-Punkteausbeute im Vordergrund. Für die Fahrercrew des dritten 919 Hybrid (Startnummer 19) gilt eine andere Aufgabenstellung: Das Einsatzteam muss nach den ausführlichen Testfahrten nochmals alle rennspezifischen Abläufe verinnerlichen. Die Fahrer absolvieren ihre LMP1-Rennpremiere um für den Saisonhöhepunkt in Le Mans gerüstet zu sein. 

„Spa wird aus zwei Gründen ein besonderes Rennen für mich,“ freut sich Timo. „Es ist nicht weit von meinem Wohnort entfernt und fast wie ein Heimrennen mit vielen deutschen Fans. Zweitens werde ich in Spa mit einem besonderen Helmdesign im Andenken an Stefan Bellof starten, der dort vor 30 Jahren tödlich verunglückt ist. Für mich ist das Ausdruck einer besonderen Wertschätzung, und ich möchte damit an seine herausragenden Leistungen und Qualitäten als Rennfahrer erinnern. Zum Rennen: In Spa steht immer die Strecke im Fokus, diese Naturrennstrecke hat sich über die Jahre im Hinblick auf das Layout wenig verändert. Sie ist sehr viel sicherer geworden, aber ihre einzigartige Charakteristik blieb unangetastet. Dieser schwierige Kurs verlangt eine präzise Abstimmung, man kann dort zusammen mit dem Team den entscheidenden Unterschied erarbeiten.“

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