prev next

12.09.2014    Mit dem Porsche 919 Hybrid in die Nacht von Austin

Der Circuit of the Americas (COTA) im texanischen Austin ist am 20. September Schauplatz des vierten Laufes zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft für Sportwagen (WEC). Der Start zum Sechsstundenrennen erfolgt um 17:00 Uhr, um 19:43 Uhr ist Sonnenuntergang.

Für COTA wird es das erste Nachtrennen, die sechs Le-Mans-Routiniers mit dem Porsche 919 Hybrid hingegen kennen sich mit den Tücken von Zwielicht und Dunkelheit aus. Der anspruchsvolle Kurs hält vielfältige Herausforderungen bereit: Eine spektakulär ansteigende Start-Ziel-Gerade mündet in eine enge Linkskurve. Danach reihen sich aufregende Passagen aneinander, die berühmten Rennstrecken entlehnt sind. Sie erinnern an die Esses aus Suzuka, an Maggots-Beckets aus Silverstone oder an das Motodrom in Hockenheim. Die zweite Gerade im hinteren Streckenbereich misst 1,2 Kilometer. 

Das Porsche Team setzt den innovativsten Rennwagen im Feld ein und hat sich mit dem hybridisierten Le-Mans-Prototypen (LMP1) für die verbleibenden fünf WM-Läufe noch viel vorgenommen. Zur Erinnerung: Beim Renndebüt des Porsche 919 Hybrid im englischen Silverstone war auf Anhieb der erste Podestplatz gelungen. Diesen dritten Platz holte das Trio mit der Startnummer 20: Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau), Brendon Hartley (Neuseeland) und Mark Webber (Australien). Beim zweiten WM-Lauf in Spa-Francorchamps (Belgien), ebenfalls ein Sechsstundenrennen, sorgten die Teamkollegen mit dem Schwesterauto Nummer 14 für die erste Poleposition: Romain Dumas (Frankreich), Neel Jani (Schweiz) und Marc Lieb aus Ludwigsburg.

Beim prominenten dritten Lauf, den 24 Stunden von Le Mans, kam nach einem starken Auftritt letztlich nur die Crew mit der Nummer 14 ins Ziel – Gesamtrang elf nach einer langwierigen Getriebereparatur in der Schlussphase. Bernhard/Hartley/Webber traf es noch härter: Nach 37 Führungsrunden und besten Aussichten auf Rang zwei musste Webber zwei Stunden vor dem Ziel mit einem Schaden am Verbrennungsmotor aufgeben. 

Das Porsche Team hat die Rennpause seit jenem 15. Juni zur Weiterentwicklung und für Testfahrten in Paul Ricard (Frankreich), auf dem Eurospeedway Lausitz und im französischen Magny-Cours genutzt. Der Porsche 919 Hybrid hat ein neues Aerodynamikpaket erhalten, weil für die verbleibenden WM-Läufe (Austin, Fuji, Shanghai, Sakhir, Sao Paulo) der Fokus auf mehr Abtrieb liegt. Außerdem gibt es Detailverbesserungen in vielen Bereichen, die man vor Le Mans zugunsten der Standfestigkeit nicht mehr angefasst hatte.

Für Timo wird es eine Premiere auf dem Circuit of the Americas, da er dort noch nie Rennen gefahren ist:

„Ich bin als einziger der Crew von Startnummer 20 noch nie in Austin gefahren, aber ich habe die Strecke im Simulator in Weissach kennengelernt und mich mit Mark und Brendon ausgetauscht. Der Kurs ist vielfältig und anspruchsvoll. Ich freue mich darauf, mit ordentlich Abtrieb durch die schnellen Kurven zu fahren. Dass wir in die Nacht reinfahren, macht das Ganze noch viel spannender. Ich fahre gern nachts und hoffe, auch in Austin Gelegenheit dazu zu haben. Eine schwierige Phase ist immer, wenn die Sonne tief steht. Im Zwielicht vor der Dunkelheit muss man besonders aufpassen, und die Windschutzscheibe sollte dann auch sauber sein. Auf jeden Fall stehen wir seit dem Rennen in Le Mans als Team noch enger zusammen und sind top motiviert.“

Zurück