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17.04.2016    Krimi zum Saisonauftakt in Silverstone

Nach einem sechs Stunden dauernden Rennkrimi in Silverstone brachte Neel Jani (CH) den Porsche 919 Hybrid, den er sich mit Romain Dumas (FR) und Marc Lieb (DE) teilt, auf Platz zwei hinter Sieger Audi ins Ziel. Alle drei in der Klasse 1 für Le-Mans-Prototypen engagierten Hersteller – Audi, Porsche und Toyota – mussten beim Auftaktrennen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in Großbritannien Rückschläge hinnehmen. Besonders dramatisch traf es Porsche: Nach rund zwei Stunden schied der 919 Hybrid des Weltmeister-Trios Timo Bernhard (DE), Brendon (NZ) und Mark Webber (AU) durch Unfall aus. Hartley war beim Überrunden mit einem GT-Rennwagen kollidiert. Beide Fahrer überstanden den spektakulären Unfall unverletzt. Zeigte sich das Wetter an den Vortagen mit Regen und sogar Schnee sehr wechselhaft, so starteten die beiden 919 von Titelverteidiger Porsche am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein von den Plätzen drei und vier zum ersten von neun WM-Läufen. Seine Konkurrenzfähigkeit stellte der innovative Hybrid-Rennwagen mit der schnellsten Rennrunde (1.40,303 min) unter Beweis, gefahren von Neel Jani.

So lief das Rennen für die Startnummer 1:
Startfahrer Mark Webber bleibt zunächst Dritter, holt aber zu den führenden Audi auf. Zu Beginn der siebten Runde überholt er den Audi Nummer 8 und verbessert sich auf Platz zwei. Eingangs Runde 17 zieht der Australier auch am Nummer-7-Audi vorbei und übernimmt die Führung. Nach 27 Runden übergibt er an Brendon Hartley für einen Doppelstint. Der Neuseeländer kommt nach 55 Runden mit 44 Sekunden Vorsprung auf die Nummer 7 zum Tanken und Reifen wechseln. In Runde 71 beendet eine Kollision beim Überholen eines GT-Fahrzeugs das Rennen der Weltmeister.

Dr. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Porsche AG: „Das Rennen in Silverstone war bis zum Schluss absolut spannend. Höhen und Tiefen lagen nah beieinander – das ist Motorsport. Was der Saisonauftakt aber klar gezeigt hat: Das Niveau in der Langstrecken-WM ist extrem hoch. Die Leistungsdichte zwischen derart unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten ist faszinierend und zukunftsweisend. Das Ergebnis von Qualifying und Rennen ist für uns ein zusätzlicher Ansporn, beim nächsten Mal wieder sportlich ganz an der Spitze zu stehen.“

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Wir haben ein sehr ereignisreiches Wochenende erlebt. Das Qualifying ist für uns nicht optimal verlaufen, im Rennen folgten dann ganz unterschiedliche Dinge wie etwa der Unfall von Brendon Hartley – wir sind froh, dass ihm nichts passiert ist. Am Ende kam dann noch der Reifenschaden an unserem 919 Hybrid mit der Nummer 2. Nichtsdestotrotz meine Gratulation an Audi. Wir sind Zweiter geworden, Toyota Dritter – für die Meisterschaft ist dies ein perfekter Einstieg in die neue Saison. Die Zuschauer dürfen sich noch auf sehr, sehr spannende Rennen freuen. In Spa geht es weiter, da greifen wir wieder an.“

Andreas Seidl, Teamchef: „Unser Glückwunsch geht heute an Audi. Wir hätten das Rennen hier gewinnen können, aber verschiedene Zwischenfälle auf der Strecke haben das verhindert. Unsere Startnummer 1 lag souverän in Führung und verlor das Rennen durch einen Unfall mit einem GT-Fahrzeug. Der 919 Hybrid Nummer 2 hatte ebenfalls eine Berührung mit einem GT-Wagen, dann machte ein Reifenschaden einen zusätzlichen Boxenstopp notwendig. Dennoch: Wir hatten das schnellste Auto im Feld und die schnellsten Boxenstopps. Dafür der Entwicklungsmannschaft in Weissach und dem Team vor Ort ein großes Kompliment – darauf bauen wir auf.“

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