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19.06.2016    18. Gesamtsieg für Porsche in Le Mans nach dramatischem Finale

Seit Mitternacht hatte sich das Duell zwischen Porsche und Toyota beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zugespitzt. Mit diesem Ende jedoch hatte niemand gerechnet. Eine Runde vor dem Ziel sah Toyota noch wie der sichere Sieger aus, dann rollte der Prototyp tragischerweise aus. So gewann einen Umlauf später der Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2 von Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb vor 263.500 Zuschauern. Dieses Trio hatte Ende 2014 in Brasilien auch den allerersten Sieg mit dem 662 kW (900 PS) starken Prototypen errungen. 

Dieser Erfolg ist für Porsche der 18. Gesamtsieg beim wohl härtesten Automobilrennen der Welt. Eine der begehrtesten Trophäen überhaupt findet damit ein weiteres Jahr in Zuffenhausen ihr Zuhause. Nach dem Vorjahreserfolg durch Earl Bamber, Nico Hülkenberg und Nick Tandy mit dem 919 Hybrid trat Porsche als Titelverteidiger an. Der erste Gesamtsieg in Le Mans war der Marke am 14. Juni 1970 gelungen. Damals gewannen Hans Herrmann und Richard Attwood mit einem Porsche 917 KH (Kurzheck) Coupé. 

Der zweite Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 1 – an dessen Steuer sich die amtierenden Langstrecken-Weltmeister Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber abwechselten – kam nach einem langen Reparaturstopp und anschließender Aufholjagd auf den 13. Gesamtrang. In der Klasse LMP1 belegte das Trio Platz fünf. Dadurch sicherte sich Porsche insgesamt 71 Punkte für die Herstellerwertung der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. In Le Mans werden doppelt so viele Punkte vergeben wie bei den übrigen acht WM-Läufen, die sechs Stunden dauern. Porsche führt in der Herstellerwertung nun mit 127 Punkten vor Audi (95) und Toyota (79). In der Fahrerwertung haben die Spitzenreiter Dumas, Jani und Lieb nun 94 WM-Punkte und einen Vorsprung von 39 Zählern.

„Einen großen Glückwunsch an unser Schwesterauto und das Team, das diesen Sieg wirklich verdient hat,“ sagte Timo. „Sie haben 24 Stunden lang um die Führung gekämpft und lagen am Ende absolut in Schlagdistanz. Zugleich fühle ich mit dem gesamten Toyota-Team mit: ein Rennen so zu verlieren, ist grausam. Auch wir hatten kein Glück. Das tut mir sehr leid für Mark, Brendon und unsere Mannschaft. Denn die Jungs machen einen hervorragenden Job und haben den 919 Hybrid nach dem Defekt wieder zum Laufen gebracht. Unsere Crew ist in diesem Jahr arg gebeutelt. Aber damit müssen wir umgehen können. Unser Auto war sehr schnell und wir konnten nach der langen Reparaturpause mühelos das Tempo des Führungstrios mitgehen. Immerhin haben wir am Ende noch Herstellerpunkte für Porsche erobert. Nächstes Jahr kommen wir wieder, ich gebe nicht auf. Der Sieg für Porsche muss her.“

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