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01.12.2014    Erster Sieg für den Porsche 919 Hybrid unter dramatischen Umständen

Das Porsche Team hat beim letzten Lauf zur FIA Langstrecken- Weltmeisterschaft in São Paulo den ersten Sieg für den Porsche 919 Hybrid durch das Trio Romain Dumas (Frankreich), Neel Jani (Schweiz) und Marc Lieb (Ludwigs- burg) errungen. Gleichzeitig mit dem größten Erfolg der Debütsaison erlebte das Team seinen größten Schreckmoment, als Mark Webber mit dem Schwesterauto eine knappe halbe Stunde vor Ende des Sechsstundenrennens verunfallte. Der Aus- tralier, der sich den Le-Mans-Prototypen mit Timo Bernhard (Bruchmühlbach- Miesau) und Brendon Hartley (Neuseeland) teilt, war aus bislang ungeklärter Ursache in der letzten Kurve vor Start und Ziel an Position sechs fahrend gegen die Streckenbegrenzung geprallt. Aus dem Medical Centre an der Rennstrecke erhielt das Team vorbehaltlich weiterer Untersuchungen die Auskunft, dass er sich nicht schwerwiegend verletzt hat. Hierfür wurde Mark Webber in ein Krankenhaus in São Paulo gebracht. Neel Jani beendete das Rennen hinter dem Safety Car als Erster.

So lief das Rennen für die Startnummer 20:

Timo Bernhard ging von der Poleposition ins Rennen und übergab nach 38 Runden mit einem Vorsprung von zwölf Sekunden an Mark Webber. Der Australier behaupte- te die Führung trotz einiger schwieriger Situationen im dichten Verkehr und wechsel- te sich nach 79 Runden mit Brendon Hartley ab. Wenig später endete der Traum vom Sieg für die Mannschaft der Nummer 20 – die Motorleistung fiel ab. Nach 119 Runden wurde Hartley von Bernhard abgelöst, der das Rennen an Position drei fort- setzte. Während einer Gelbphase nach 153 Runden stieg Hartley erneut ins Auto. Nach 193 Runden übernahm Webber, mittlerweile war das Auto auf Platz sechs zu- rückgefallen. Er absolvierte seinen letzten Boxenstopp mit Reifenwechsel nach 227 Runden. Gut eine halbe Stunde vor Rennende hatte er in der 239. Runde seinen heftigen Unfall.

"Ich hatte einen perfekten ersten Stint, führte vom Start bis zum ersten Boxenstopp und konnte Mark das Auto mit zwölf Sekunden Vorsprung übergeben," fasst Timo zusammen. "Hier durch den Verkehr zu kommen, ist wirk- lich schwierig, vor allem gegen Ende meines ersten Turns hatte ich ein paar Mal Pech mit langsameren Fahrzeugen. Die Hitze war auch heftig. Mein späterer zweiter Einsatz war natürlich weniger schön, weil unser Auto nicht mehr die volle Leistung besaß. Aber im Nachhinein spielt das jetzt alles keine Rolle mehr – Hauptsache Mark ist nichts Ernsthaftes passiert.“ 


Sechsstundenrennen von Sao Paulo (Brasilien), Rennergebnis:

1. Dumas/Jani/Lieb (F/CH/D), Porsche 919 Hybrid, 249 Runden
2. Davidson/Buemi (GB/CH), Toyota TS040 Hybrid, – 0,170 s
3. Di Grassi/Duval/Kristensen (BRA/F/DK), Audi R18 e-tron quattro, – 1 Runde
4. Wurz/Sarrazin/Conway (A/F/GB), Toyota TS040 Hybrid, – 1 Runde
5. Fässler/Lotterer/Tréluyer (CH/D/F), Audi R18 e-tron quattro, – 1 Runde
FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, Stand nach 8 von 8 Läufen, Fahrer:
1. Davidson/Buemi (GB/CH), Toyota, 166 (Weltmeister)
2. Lotterer/Tréluyer/Fässler (D/F/CH), Audi, 127
3. Dumas/Jani/Lieb (F/CH/D), Porsche, 117
4. Di Grassi/Kristensen (BRA/DK), Audi, 117
5. Wurz/Sarrazin (A/F), Toyota, 116
6. Lapierre (F), Toyota, 96
7. Duval (F), Audi, 81
8. Nakajima (J), Toyota, 71
9. Bernhard/Hartley/Webber (D/NZ/AUS), Porsche, 64,5

Hersteller:
1. Toyota, 289 (Weltmeister) 
2. Audi, 244
3. Porsche, 193


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