21.03.2018    Vorschau auf die Saison

Die Vorbereitungen auf die bevorstehende Saison laufen auf Hochtouren. Hier blickt Timo auf die vergangenen Monate zurück und gibt einen Vorgeschmack darauf, was wir dieses Jahr erwarten dürfen.

 

Wie hast Du die letzten Wochen und Monate seit dem WEC Saisonende verbracht?

Ich war nach Saisonende bei 12 verschiedenen Ehrungen und Anlässen. Es war ein sehr dichtes Programm aber so weiß man, dass man eine Top Saison hatte und für die vielen Entbehrungen belohnt wurde. Rund um Weihnachten hatte ich dann endlich mehr Zeit für meine Familie, die sonst sehr viele Kompromisse eingehen muss und oft hinten angestellt wird.

Wie sehen die Saisonvorbereitungen für die GT Masters Saison aus?

Wir sind mitten in den Vorbereitungen für das ADAC GT Masters und auch für die 24 Stunden Klassiker, die wir planen zu bestreiten.

Die ersten Tests finden schon bald statt und dann geht es Schlag auf Schlag, denn der Saisonstart im April ist nicht mehr weit entfernt. Ich freue mich auch schon auf das Update des Porsche GT3R: es gibt eine neue Haube und geänderte Aerodynamik an der Vorderachse, sogenannte Flics, die die Balance des Autos verbessern.

Wie sehr unterscheidet sich Deine Trainings-Saisonvorbereitung in diesem Jahr von den Vorbereitungen auf die WEC Rennen in vergangenen Jahren, was wird anders?


Im Moment unterscheidet sich das Training nicht besonders von der Vorbereitung auf eine WEC Saison im LMP Auto: Ausdauer und Kraft stehen auf dem Programm. Ich möchte weiterhin das bestmögliche Resultat erzielen und diese Art von Vorbereitung ist ein gute Basis. Auch wenn die Rennen zum Teil kürzer werden, hilft es doch mental sehr.

Wie wirst Du Deine Doppelposition als Teambesitzer und Fahrer jonglieren? Siehst Du darin irgendwelche Konflikte und Herausforderungen?

Am Rennwochenende beim GTM bin ich Fahrer, das ist mir wichtig. Darauf legen wir die Struktur des Teams auch aus. Trotz allem bin ich in letzter Konsequenz natürlich für die Programme und die Entwicklung des Teams verantwortlich.

Mit meinen Eltern und Klaus Graf als Team Manager steht mir aber ein super Team zur Seite das mich in jeder Hinsicht unterstützt.

Es wird für mich natürlich eine neue Situation sein aber ich bin schon stolz für das eigene Team zu starten.

Es wird eure dritte Saison im GT Masters, was nehmt ihr aus den ersten beiden Saisonen mit, wo kann man noch etwas verbessern?

Seit wir 2016 ins GTM eingestiegen sind hat sich die Kategorie deutlich gesteigert und es ist härter geworden. Ich denke wir haben in der ersten Saison viel richtig gemacht. 2017 kam das zweite Auto dazu, was eine wichtige Steigerung für uns war. Es war allerdings keine leichte Saison, und wir haben unsere Performance sehr intensiv analysiert.

Bei der Leistungsdichte die 2018 zu erwarten ist weiß keiner genau wo er steht. Aber genau das macht es spannend. Wir müssen alle das erste Rennen abwarten.

Im Jänner warst Du das erste Mal beim Race of Champions mit dabei und hast gleich auf Anhieb mit Rene Rast den Nations Cup für Deutschland gewonnen.

Es war eine wahnsinnig tolle Veranstaltung in Riad. Rene und ich haben super als Team zusammengearbeitet, wir sind gut bis ins Finale durchgekommen. Man kämpft gegen die besten Motorsportler und am Ende zu gewinnen war ein Wahnsinn. Ein sehr stolzer Moment.

Du wirst auch dieses Jahr in Le Mans an den Start gehen, mit Deinem ‘altbekannten’ Teammate Romain und Sven Müller. Das letzte Mal warst Du 2013 mit einem GT in Le Mans im Einsatz und wurdest Zweiter.
 Was hat sich seither bei den GT Autos verändert, wie unterschiedlich wird die Challenge Le Mans im GT Auto verglichen mit dem LMP1?

Die GTE Pro Klasse hat sich seit 2013 sogar noch gesteigert – es gibt mehr Hersteller und die Autos sind schneller geworden. Im GT fährt man über die 24 Stunden genauso „Vollgas“, wie in einem LMP1 - das ist Motorsport auf absolutem Top Niveau.
Ich denke die „etwas“ geringen Fliehkräfte werden unterschiedlich sein, was sich über die Distanz auswirken wird und der Verkehr wird anders sein. Im LMP1 muss man immer agieren, da man den Überholvorgang immer selbst einleiten muss. Im GT reagiert man oftmals auf den Verkehr. Jede Kategorie hat ihre eigenen Herausforderungen und das Ziel ist natürlich, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren.

Wird es außer Deinen Einsätzen im GT Masters und mit Porsche in Le Mans weitere Renneinsätze geben?

Wir planen eine Rückkehr zu den 24 Stunden von Spa, wo wir letztes Jahr mit dem Team75 unser erstes 24 Stunden Rennen bestritten haben und mit P4 knapp am Podest vorbei geschrammt sind. Bei diesem Rennen möchte ich gerne im eigenen Team starten.
 Gegen Ende des Jahres plane ich an einer Rallye teilzunehmen. Es wird ein spannendes Jahr.

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